Beikost

Unter Beikost versteht man alle Lebensmittel, die Säuglinge neben Muttermilch oder der Säuglingsnahrung aus dem Schoppen erhalten.

Verschiedene Formen von Beikost

Beikost kann flüssig sein (z.B. Wasser, Tee), breiig (z.B. püriertes Gemüse) oder fest (z.B. gekochtes Gemüse als Fingerfood).
Fingerfood hat den Vorteil, dass das Kind selbst entscheiden kann, was, wie viel und in welchem Tempo es essen möchte. Kinder lieben es, die angebotenen Lebensmittel mit allen Sinnen zu entdecken.
Brei hat den Vorteil, dass eine bessere Energie- und Nährstoffversorgung gewährleistet wird. Im Brei können Sie auch Lebensmittel verarbeiten, die sich als Fingerfood nicht so gut eignen, z.B. Fleisch, Pflanzenöl oder Lebensmittel, bei denen eine Verschluckungsgefahr besteht.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Einführung der Beikost?

Ab einem Alter von etwa einem halben Jahr reichen Muttermilch und Säuglingsanfangsnahrung allein nicht mehr aus, um den steigenden Bedarf des Kindes an Energie und Nährstoffen zu decken. Beginnen Sie daher frühestens anfangs des fünften Monats und spätestens anfangs des siebten Monats mit der Beikost. Wann Sie innerhalb dieser Zeitspanne beginnen, hängt vom Kind ab. Jedes Kind hat seinen eigenen Rhythmus.
Typische Zeichen sind:

  • Ihr Kind kann aufrecht sitzen und den Kopf halten.
  • Ihr Kind interessiert sich dafür, was Sie und andere essen.
  • Ihr Kind nimmt selbst Dinge in den Mund.

Falls Ihr Kind den Kopf wegdreht, das Essen ausspuckt oder eine sonstige ablehnende Reaktion zeigt, dann ist Ihr Kind wahrscheinlich noch nicht bereit für die Beikost. Warten Sie noch etwas ab und versuchen Sie es nach ein bis zwei Wochen wieder.

Beikost einführen

Nehmen Sie sich für die Einführung der Beikost Zeit und haben Sie Geduld. Denn am Anfang muss sich das Kind erst an das neue Essen gewöhnen. Die neuen Lebensmittel und das Essen mit dem Löffel oder mit der eigenen Hand sind ganz neue Erfahrungen. Bei den ersten Versuchen reicht es, wenn Ihr Kind wenige Löffel Brei isst. Es geht zunächst um das Kennenlernen der neuen Nahrung. Zum Sättigen können Sie anschliessend wie gewohnt Muttermilch oder Säuglingsanfangsnahrung geben. Nach und nach können Sie dann die Menge an Beikost erhöhen.

Mit welchem Lebensmittel begonnen wird, ist je nach Kultur sehr unterschiedlich. Es gibt nicht das einzig richtige Lebensmittel. Beginnen Sie mit nur einem Lebensmittel. Mischen Sie es nicht mit anderen. Mögliche Beispiele sind:

  • Ein Brei aus gekochtem und fein püriertem Gemüse wie z.B. Karotten, Pastinaken, Zucchetti, Kürbis, Fenchel oder Brokkoli.
  • Gekochtes und in grobe Stücke geschnittenes Gemüse als Fingerfood.
  • Geriebene Äpfel oder Birnen, zerdrückte Bananen oder pürierte Pfirsiche.
  • Weiche Früchte, bei denen keine Verschluckungsgefahr besteht, können auch als Fingerfood gegeben werden, z.B. Pfirsiche ohne Haut, Melonen ohne Kerne oder reife Bananen. Durch kurzes Dünsten der Früchte werden sie leichter verdaulich.

Ergänzen Sie das Essen einmal pro Tag mit etwas Rapsöl. Dieses liefert dem Kind wertvolle Fettsäuren. Verzichten Sie bei der Zubereitung auf Salz, Bouillon, Gewürze, Zucker, Honig und andere Süssungsmittel.

Aufbau der Beikost

Wenn Ihr Kind die erste Beikost gut isst, können Sie nach wenigen Tagen ein anderes Gemüse oder eine andere Frucht anbieten. Testen Sie jedes neue Lebensmittel an einigen Tagen, bevor Sie ein weiteres Lebensmittel einführen. So erkennen Sie Unverträglichkeiten oder Allergien am schnellsten.

Nachdem Ihr Kind bereits einige Gemüsesorten und Früchte kennengelernt hat, können Sie das Angebot mit Kartoffeln und Fleisch erweitern. Die Kartoffeln tragen zu einer besseren Sättigung bei, das Fleisch dient als Protein- und Eisenlieferant. Damit Ihr Kind genug Eisen aufnimmt, ist es wichtig, dass es spätestens ab dem siebten Monat regelmässig kleine Mengen Fleisch zu sich nimmt.

Bald wird sich Ihr Kind auch an Kartoffeln und Fleisch gewöhnen. Ergänzen Sie schrittweise das Angebot an weiteren Lebensmitteln: Getreidebrei, Teigwaren, Reis, Brot, Hülsenfrüchte, Fisch und Ei bringen Abwechslung. Bieten Sie regelmässig fettreichen Meeresfisch wie Lachs an. Dieser liefert wertvolle Omega-3-Fettsäuren, die in kaum einem anderen Lebensmittel enthalten sind.

Die Anzahl der Beikostmahlzeiten pro Tag steigt mit zunehmendem Alter des Säuglings. Sie können sich an folgenden Angaben orientieren:

  • Beginn 5. bis Beginn 7. Lebensmonat: Einführung der Beikost
  • Bis zum Alter von 8 Monaten: 2- bis 3-mal täglich Beikost
  • Im Alter von 9 bis 11 Monaten: 3- bis 4-mal täglich Beikost
  • Im Alter von 12 bis 24 Monaten: 3 bis 4 Mahlzeiten am Tag und falls vom Kind gewünscht noch 1 bis 2 zusätzliche Zwischenmahlzeiten, z.B. eine Frucht oder ein Stück Brot.

Zwischen dem zehnten und zwölften Lebensmonat beginnt schrittweise der Übergang zum Familienessen. Ihr Kind braucht nun keinen Brei oder speziell zubereitete Mahlzeiten mehr und kann schon fast wie die «Grossen» essen. Wie schnell das geht, hängt von der Entwicklung und den Bedürfnissen Ihres Kindes ab. Lesen Sie hier, wie Sie die Haupt- und Zwischenmahlzeiten ab dem Alter von einem Jahr ausgewogen gestalten können.

Brei selber zubereiten oder fertig kaufen?

Sowohl mit selbst zubereiteter Beikost als auch mit Fertigbrei aus dem Gläschen können Säuglinge gut versorgt werden. Beide Varianten haben ihre Vorteile. Entscheiden Sie sich für die Variante, die Sie am meisten überzeugt. Oder kombinieren Sie: Nehmen Sie ein Gläschen, wenn es schnell gehen muss oder wenn Sie unterwegs sind. Bieten Sie ansonsten selbstgemachten Brei und Fingerfood an, damit Ihr Kind von der Abwechslung und der Geschmacksvielfalt profitieren kann.

Achten Sie beim Kauf von Fertigbrei auf die Zutatenliste. Die Zusammensetzung sollte vergleichbar mit selbstgemachtem Brei sein. Meiden Sie Produkte mit zugesetztem Salz, Zucker, Kakao und Aromen.

Vorteile von Fertigbrei

  1. Schnell zubereitet
  2. Praktisch für unterwegs
  3. Nährstoffschonende Herstellung
  4. Anforderungen an die Zusammensetzung sind gesetzlich geregelt

Vorteile von selbst zubereiteter Beikost

  1. Grössere Abwechslung, weil die Vielzahl an Gemüse- und Fruchtsorten genutzt werden kann
  2. Grössere Geschmacksvielfalt: Das Kind lernt viele Aromen und Geschmackrichtungen kennen, was die Geschmacksentwicklung und spätere Akzeptanz von Lebensmitteln fördert
  3. Auf unerwünschte Zutaten wie Zucker, Salz und Aromen kann verzichtet werden
  4. Herkunft der Lebensmittel kann selbst bestimmt werden (z.B. regional, saisonal, Bio)
  5. Kostengünstig

Welche Lebensmittel sind ab welchem Alter nötig und geeignet?

Die untenstehende Abbildung zeigt Ihnen, in welchem Alter welche Lebensmittel eingeführt werden sollen. Zwischen dem fünften und dem siebten Lebensmonat kommen neben Muttermilch und Schoppen schrittweise auch Gemüse und Früchte, Kartoffeln, Fleisch, Getreideflocken, Teigwaren, Reis, Brot, Hülsenfrüchte, Fisch, Eier, Öle und andere Lebensmittel auf den Speiseplan. Je nachdem, wann Sie mit der Beikost begonnen haben, erfolgt die Einführung der einzelnen Lebensmittel in grösseren oder kleineren zeitlichen Abständen. Spätestens im siebten Lebensmonat sollte Ihr Kind Fleisch erhalten, damit es ausreichend mit Eisen versorgt wird. Verwenden Sie bevorzugt magere Fleischstücke von Rind, Schwein, Lamm, Geflügel oder anderen Tieren. Verarbeitetes Fleisch wie Wurst oder Schinken ist meist salzig, fettig und kann Pökelsalze enthalten. Ihr Kind sollte nur sparsam davon essen.

Ab dem siebten Lebensmonat können Sie Ihrem Kind auch Folgenahrung anstelle von Muttermilch oder Säuglingsanfangsnahrung geben. Sie können von nun auch kleine Mengen an Vollmilch oder Joghurt zur Zubereitung eines Breis verwenden. Grössere Mengen sind nicht geeignet, weil diese Milchprodukte sehr proteinreich sind. Noch proteinreicher sind Käse, Frischkäse und Quark. Diese Milchprodukte sollen daher erst nach Vollendung des ersten Lebensjahres gegeben werden.

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Getränke

In den ersten Monaten bekommt Ihr Kind beim Stillen oder mit dem Schoppen genug Flüssigkeit. Erst wenn es drei Beikostmahlzeiten erhält, sind etwa zwei Deziliter zusätzliche Flüssigkeit pro Tag nötig. Wasser ist das ideale Getränk. Verwenden Sie frisches, kaltes Leitungswasser.

Als Alternative zum Wasser können Sie auch ungesüssten Früchte- oder Kräutertee geben. Wegen gewisser Inhaltsstoffe sollten Kinder jedoch nicht ausschliesslich Pfefferminz-, Kamillen-, Fenchel- oder Melissentee trinken. Variieren Sie mit anderen Sorten.

Nicht geeignet für Säuglinge sind koffeinhaltige Getränke (z.B. Cola, Kaffee, Eistee, schwarzer und grüner Tee) sowie mit Zucker oder Süssstoffen gesüsste Getränke (z.B. Instant-Kindertees, Sirup, Limonaden).

Fruchtsaft enthält natürlichen Zucker und ist als Getränk ebenfalls nicht zu empfehlen. Sie können jedoch eine kleine Menge Fruchtsaft in den Getreidebrei mischen. Das Vitamin C in den Früchten bewirkt, dass der Körper das Eisen aus dem Getreide besser aufnehmen und nutzen kann.

Ihr Kind sollte nicht dauernd an der Flasche nuckeln, da dies Zahnkaries begünstigen kann. Auch kann sich Ihr Kind so daran gewöhnen, aus Langeweile oder zur Beruhigung zu essen oder zu trinken. Aus den gleichen Gründen sollten Sie auch keinen Milch-Schoppen als Einschlafhilfe mit ins Bett geben.

Zubereiten der Beikost

Diese Tipps helfen Ihnen beim Zubereiten der Beikost:

  • Bereiten Sie Gemüse und Früchte schonend zu, um die wertvollen Inhaltsstoffe möglichst zu erhalten. Waschen Sie Gemüse und Früchte kurz, aber gründlich unter fliessendem Wasser. Zerkleinern Sie diese erst nach dem Waschen.
  • Eine kleine Menge Rapsöl am Tag liefert Ihrem Kind lebenswichtige Fettsäuren. Anfangs reichen 1 bis 2 Teelöffel am Tag, ab dem 9. Monat können es täglich 2 Teelöffel und gegen Ende des ersten Lebensjahres 2 bis 3 Teelöffel sein.
  • Verzichten Sie bei der Zubereitung auf Gewürze, Salz, Bouillon, Zucker, Honig und Süssungsmittel.
  • Erhitzen Sie tierische Lebensmittel wie Fleisch, Fisch und Eier immer gut durch.
  • Bieten Sie Ihrem Kind täglich eine kleine Menge proteinreicher Lebensmittel an, z.B. Fleisch, Fisch oder Ei. Achten Sie dabei auf Abwechslung. Es sollte nicht jeden Tag Fleisch sein.
  • Zu Beginn der Einführung von Beikost reichen kleine Mengen proteinreicher Lebensmittel am Tag, z.B. 10 g Fleisch oder 10 g Fisch oder ¼ Ei. Ab dem 9. Monat können Sie die Menge auf 20 g Fleisch bzw. Fisch oder ½ Ei pro Tag erhöhen. Gegen Ende des ersten Lebensjahres beträgt eine Tagesportion 30 g Fleisch bzw. Fisch oder ein ganzes Ei. Diese Mengen gelten als Orientierung und müssen nicht exakt eingehalten werden.
  • In der Regel wird Brei in der Anfangszeit immer fein püriert. Mit zunehmendem Alter kann der Brei gröber püriert werden und kleine Stücke enthalten.
  • In der Anfangsphase der Beikost essen die Kinder meist nur sehr kleine Portionen. Sparen Sie sich Zeit und Arbeit, indem Sie gekochtes Gemüse, Gemüsebrei ohne Öl, gekochtes Fleisch und Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei ohne Öl und Saft portionsweise einfrieren. So sind die Speisen bis zu 2 Monate haltbar. Geben Sie Rapsöl erst kurz vor der Mahlzeit zur erwärmten Speise.
  • Aus geschmacklichen Gründen sind Milchbrei und Kartoffeln nicht zum Tiefkühlen geeignet, es sei denn, die Kartoffeln sind Bestandteil eines Breis.
  • Wärmen Sie tiefgefrorenen Brei unmittelbar vor der Mahlzeit im Wasserbad, in der Pfanne oder in der Mikrowelle auf. Dann sind die Vitaminverluste geringer als beim mehrstündigen Auftauen im Kühlschrank. Rühren Sie den erwärmten Brei nach dem Aufwärmen gut um, damit sich die Wärme im Brei gleichmässig verteilt, und testen Sie die Temperatur. Dies gilt insbesondere für Brei aus der Mikrowelle, da der Brei darin ungleichmässig erhitzt wird und sich Ihr Kind an heissen Stellen verbrennen könnte.
  • Einmal aufgetaute Speisen dürfen nicht wieder eingefroren werden.
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Übergang vom Brei zur Familienkost

Zwischen dem zehnten und zwölften Lebensmonat beginnt der Übergang zum Familienessen. Nach und nach ersetzen Mahlzeiten, wie sie die Grossen essen, die Milchmahlzeiten, den Babybrei oder das babygerechte Fingerfood. Neue Gerichte bereichern den Speiseplan. Dadurch lernt das Kleinkind neue Konsistenzen und Geschmäcker kennen. Darüber hinaus lernt es, zunehmend selbständig zu essen und zu trinken.

 

Die folgenden Tipps erleichtern den Übergang vom Brei zur Familienkost:

  • Gehen Sie schrittweise vor und ersetzen Sie die bisherigen Milch- und Breimahlzeiten nach und nach durch ausgewogene Haupt- und Zwischenmahlzeiten. So wird z.B. aus einem Milch-Getreide-Brei am Morgen ein Frühstück mit Müesli oder Brot, aus dem Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei wird eine warme Mittagsmahlzeit, am Abend gibt es entsprechend den Gewohnheiten in der Familie ein warmes oder kaltes Nachtessen. Znüni und Zvieri (z.B. mit Früchten) können die drei Hauptmahlzeiten ergänzen.
  • Berücksichtigen Sie die Entwicklung und Bedürfnisse Ihres Kindes: Lehnt Ihr Kind inzwischen den Brei ab und verlangt nach dem gleichen Essen wie seine Eltern und Geschwister? Oder hat Ihr Kind bereits Erfahrungen mit Fingerfood gemacht? Dann kann Ihr Kind sehr schnell auf die übliche Familienkost umsteigen. Wenn Ihr Kind dagegen noch eher Mühe mit dem Kauen hat und noch kein grosses Interesse am normalen Essen zeigt, können Sie Ihrem Kind mehr Zeit für den Übergang gönnen.
  • Mit folgenden Anregungen können Sie den Übergang erleichtern:
    • Genügend Zeit verstreichen lassen, bevor eine weitere Mahlzeit ersetzt wird.
    • Lebensmittel nicht mehr pürieren, sondern mit der Gabel zerdrücken, klein schneiden oder als Fingerfood anbieten.
    • Erst die normale Familienkost anbieten und bei Bedarf anschliessend die Milch oder Brei ergänzen.
    • Milch zunehmend aus dem Becher anstatt aus dem Schoppen anbieten.
  • Essen Sie möglichst häufig gemeinsam und geniessen Sie die gemeinsame Zeit ohne Ablenkung durch Smartphone oder Fernseher. Mahlzeiten sind Zeiten des Austauschs und des Miteinanders. Gleichzeitig werden beim gemeinsamen Essen unbewusst Werte und Normen vermittelt, die das Kind prägen, z.B. zur Bedeutung des Essens in der Familie oder zu Umgangsformen am Tisch.
  • Kinder lernen vor allem durch Beobachten und Nachahmen. Gehen Sie mit einem guten Vorbild voran, damit eine ausgewogene und genussvolle Ernährung für Ihr Kind zur Selbstverständlichkeit wird.
  • Geben Sie Ihrem Kind möglichst häufig die Gelegenheit, selbstständig mit Löffel oder Händen zu essen, auch wenn dabei einiges danebengeht.
  • Trinklerntassen und Schnabeltassen bieten keine angemessene Möglichkeit, um den Umgang mit einem normalen Becher zu lernen. Lassen Sie Ihr Kind aus Tassen oder Bechern trinken.
  • Bieten Sie möglichst salzarme und schwach gewürzte Speisen an.
  • Ermuntern Sie Ihr Kind, neue Speisen zu probieren. Zwingen Sie es aber nicht zum Aufessen, wenn es etwas nicht mag oder satt ist.

Fingerfood

Wenn Sie möchten, können Sie Ihrem Kind etwa ab dem siebten Monat Fingerfood geben, als Ergänzung oder Abwechslung zum Brei. Fingerfood ermöglicht dem Kind vielfältige neue Erfahrungen – sowohl sensorisch als auch motorisch: Wie sieht das Lebensmittel aus, wenn es nicht püriert wurde? Wie fühlt es sich in der Hand an? Und wie fühlt es sich an, wenn es mit dem noch zahnlosen Kiefer zerkleinert wird? Dazu ein paar Ideen und Tipps:

  • Bieten Sie Ihrem Kind frühestens ab dem 7. Monat Fingerfood an, wenn es motorisch entsprechend weit entwickelt ist. Dazu gehört, dass Ihr Kind mit wenig Unterstützung aufrecht sitzen, Lebensmittel selbständig greifen und zum Mund führen und Lebensmittel selbständig im Mund zerkleinern kann, ohne sich zu verschlucken oder zu würgen.
  • Selbständiges Essen braucht etwas Zeit. Gönnen Sie Ihrem Kind die Zeit, die es braucht.
  • Bleiben Sie immer bei Ihrem Kind und lassen Sie es auch nicht für einen kurzen Moment allein.
  • Bieten Sie Fingerfood in Formen und Stücken an, die Ihr Kind leicht greifen und in den Mund nehmen kann. Dazu eignen sich z.B. Stäbchen, die das Kind mit der Hand umschliessen kann und die über die Faust hinausragen.
  • Schneiden Sie z.B. Karotten, Kürbis oder Zucchetti in Stäbchen. Kochen Sie die Stäbchen in wenig Wasser ohne Gewürze, Salz und Bouillon. Beliebt sind auch weich gekochte Röschen mit Stiel von Blumenkohl oder Brokkoli.
  • Das Gemüse sollte nicht zu weich sein, damit es beim Greifen nicht direkt zerdrückt wird, aber auch nicht zu hart, damit es sich auch ohne Zähne essen lässt.
  • Als Fingerfood eignen sich auch weiche Früchte, an denen sich das Kind nicht verschlucken kann, wie z.B. Pfirsich ohne Haut, Melone ohne Kerne oder reife Banane.
  • Stärkelieferanten wie gekochte Kartoffeln sind ideal als Fingerfood. Mit zunehmendem Alter kann die Vielfalt erweitert werden, z.B. mit Teigwaren, luftigen Knusperbrotscheiben, Brotrinde und Brot ohne Kerne, ungesalzenen Maispops und ab und zu Reiswaffeln nature usw.
  • Fleisch, Fisch und Eier müssen immer gut durcherhitzt werden und frei von Gräten, Knochen oder Knorpel sein. Das Fleisch sollte zart und nicht faserig sein. Geeignet ist z.B. mageres Hackfleisch.
  • Meiden Sie Lebensmittel, an denen Ihr Kind sich verschlucken könnte, z.B. Nüsse, Brot mit Kernen, ganze Weintrauben, ganze Cherrytomaten und Fisch mit Gräten.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Kind täglich die empfohlene Menge an Rapsöl erhält, indem Sie z.B. das Öl zum Dünsten von Gemüse verwenden oder es unter die fertigen Speisen mischen. Die empfohlene Menge an Rapsöl finden Sie bei den Tipps für die Zubereitung.