Nähren mit der Babyflasche

Falls Sie auf das Stillen ganz oder teilweise verzichten, können Sie Ihrem Kind auch mit Säuglingsnahrung aus dem Schoppen eine gute Ernährung bieten.

Welche Säuglingsnahrung ist geeignet?

Falls Sie nicht stillen, verwenden Sie in den ersten sechs Lebensmonaten Säuglingsanfangsnahrung. Diese speziell für Säuglinge hergestellte Pulvernahrung ist je nach Hersteller mit «Pre», «Start», «0» oder «1» gekennzeichnet. Die Zusammensetzung unterliegt gesetzlichen Vorgaben und ist an die Bedürfnisse des Säuglings angepasst. Die Säuglingsanfangsnahrung kann bis Ende des ersten Lebensjahres gegeben werden. Danach können Sie Ihrem Kind Kuhmilch als Milchgetränk geben.

Säuglingsanfangsnahrung dürfen Sie ab dem siebten Monat durch Folgenahrung ersetzen, wenn das Kind bereits Beikost erhält. Sie erkennen diese an der Ziffer 2. Sie unterschiedet sich in ihrer Zusammensetzung von der Säuglingsanfangsnahrung und soll etwas besser sättigen. Die Annahme, dass Kinder mit Folgenahrung schneller einschlafen oder länger schlafen, stimmt jedoch nicht.

Unter dem Namen hypoallergene Säuglingsnahrung (HA-Nahrung) bieten die Hersteller eine spezielle Säuglingsanfangsnahrung für allergiegefährdete Säuglinge an. Sie richtet sich an Säuglinge, deren Eltern oder Geschwister eine Allergie haben. Inwieweit diese das Risiko für die Entwicklung einer Allergie senken können, ist jedoch unklar.

Es gibt zudem Spezialnahrung für besondere Bedürfnisse, z.B. bei Kuhmilcheiweissallergie, Magen-Darm-Beschwerden oder Reflux. Diese sollte nur in Absprache mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt verwendet werden.

Bei Säuglingsnahrung mit Sojaproteinen können gesundheitliche Nachteile für das Kind nicht ausgeschlossen werden. Deshalb sollte Säuglingsnahrung mit Soja nur auf Verordnung der Kinderärztin oder des Kinderarztes und nur in Ausnahmefällen zum Einsatz kommen, z.B. bei einer selten vorkommenden Stoffwechselerkrankung. Säuglingsnahrung mit Soja schützt nicht vor Allergien.

Gänzlich ungeeignet als Getränk für Säuglinge ist handelsübliche Milch von Kühen, Schafen, Ziegen und anderen Tieren. Gleiches gilt für Mandel-, Reis-, Hafer- oder Sojadrinks. Die Nährstoffzusammensetzung dieser Produkte entspricht nicht den Bedürfnissen des Säuglings.

Zubereiten der Babyflasche

Diese Tipps helfen Ihnen bei der richtigen Zubereitung der Babyflasche:

  1. Waschen Sie sich vor der Zubereitung die Hände.
  2. Bereiten Sie den Schoppen immer frisch zu und geben Sie diesen sogleich Ihrem Kind zu trinken.
  3. Verwenden Sie ausschliesslich frisches, sauberes Leitungswasser. Lassen Sie in der Leitung abgestandenes Wasser ablaufen, bis es kalt und mit einer konstanten Temperatur ausfliesst. Der Wasserhahn sollte sauber sein und der Siebeinsatz regelmässig entkalkt werden.
  4. Verwenden Sie kein Warmwasser aus der Leitung und keine Wasserfilter, da dadurch der Gehalt an Keimen und Fremdstoffen im Wasser ansteigen könnte.
  5. In der Schweiz ist Leitungswasser in der Regel einwandfrei. Es muss nur abgekocht werden, wenn die Qualität nicht garantiert ist, z.B. bei einer bakteriellen Verunreinigung. Lassen Sie in diesem Fall das Wasser auf Trinktemperatur abkühlen und beachten Sie die Zubereitungshinweise des Herstellers auf der Verpackung. Um Verbrühungen zu vermeiden, stellen Sie sicher, dass sich heisses Wasser immer ausserhalb der Reichweite des Kindes befindet.
  6. Prüfen Sie die Temperatur des Schoppens, indem Sie einige Tropfen auf die Innenseite Ihres Handgelenkes geben oder einen Küchenthermometer verwenden.
  7. Beachten Sie die Angaben zur richtigen Dosierung von Pulver und Wasser auf der Verpackung und verwenden Sie den beigelegten Messlöffel. Zu viel Pulver im Schoppen kann die kindlichen Nieren wegen des zu hohen Proteingehaltes belasten und auf Dauer zu Übergewicht führen. Umgekehrt kann ein Schoppen mit zu wenig Pulver unter Umständen langfristig zu einer verzögerten Entwicklung führen.
  8. Auf der Verpackung finden Sie Richtwerte bezüglich der Trinkmengen. Wie oft und wie viel Ihr Kind pro Tag trinkt, kann deutlich von diesen Richtwerten abweichen. Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Ihr Kind weniger trinkt, und zwingen Sie es nicht zum Leertrinken. Wenn Ihr Kind häufiger Schoppen verlangt, können Sie ihm getrost öfters einen geben. Das Gewicht des Kindes gibt einen guten Hinweis, ob die Trinkmenge angemessen ist.
  9. Schütten Sie Schoppennahrung weg, die nicht innerhalb einer Mahlzeit getrunken wurde. Damit verhindern Sie die Vermehrung von Keimen und Infektionen.
  10. Reinigen Sie Flasche und Sauger immer direkt nach der Mahlzeit gründlich, entweder in der Spülmaschine (vollständiges Programm bei 65 °C) oder per Hand mit einer sauberen Flaschenbürste (zuerst kalt ausspülen, dann mit heissem Wasser und etwas Geschirrspülmittel reinigen). Trocknen Sie anschliessend beides mit einem sauberen Küchentuch ab. Ein Auskochen oder Sterilisieren von Flaschen und Silikonsaugern ist nicht nötig.
  11. Lagern Sie Säuglingsnahrung immer gut verschlossen und trocken, aber nicht im Kühlschrank.
  12. Für unterwegs können Sie abgekochtes Wasser in einer Thermoskanne und Pulver in einem separaten Behälter mitnehmen und bei Bedarf frisch zubereiten.
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